Hunger nach Metallen im Reich der Mitte

24.01.2018

Das ist nicht neu. Neu ist, dass die Wirtschaft in China wieder wächst, das erste Mal seit sieben Jahren. Bekannt hingegen ist, dass China der weltgrößte Verbraucher von Metall ist. Das Zusammentreffen dieser beiden Faktoren hat Auswirkungen, globale Auswirkungen.

Damit steigt der Bedarf an Metallen. Davon gibt es aber zurzeit zu wenig am Markt. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

China selbst muss die Umweltverschmutzung einbremsen. Werke mit großer Belastung für die Umwelt dürfen nur mehr eingeschränkt produzieren. Das gilt besonders für die Erzeugung von Aluminium.

Der Peis von Blei ist in den letzten paar Wochen weiter gestiegen. Der Grund dafür liegt beim Wetter. Kälte in den USA und China bedeutet, dass mehr neue Autobatterien, sprich Bleiakkumulatoren, gebraucht werden. Dafür wird – wie schon der Name sagt – jede Menge Blei benötigt.

Die Lagerbestände von Zink sind 2017 um 55 % gefallen, während der Bedarf angestiegen ist. Grund dafür ist hauptsächlich das Schließen von Minen.

Mit dem steigenden Erdölpreis steigen auch die Energiekosten. Die Erzeugung von Metallen braucht viel Energie, ein weiterer Grund für das Ansteigen der Preise.

Platin hat bisher den Anstieg der anderen Edelmetalle nicht mitgemacht. Jetzt ziehen die Preise wegen stark steigenden Bedarfes an: China erlässt strenge Grenzwerte für Emissionen bei Fahrzeugen. Die Lösung ist der Einbau von Katalysatoren und diese benötigen Platin. Das haben mittlerweile auch die Investoren entdeckt und treiben den Preis hoch.

Hohe Metallpreise sind auch immer eine Einladung an professionelle Spekulanten. Wenn diese einsteigen, schnellen die Notierungen meist innerhalb kurzer Zeit in die Höhe. Nur wer hoch oben ist, kann tief fallen. Das befürchten wir – wie schon mehrmals erlebt – könnte wieder passieren. Ob es schon 2018 sein wird, bleibt offen.