Kobalt – wie man‘s macht, ist‘s falsch.

26.02.2018

So könnte man – für uns Europäer – die Situation rund um den Abbau und den Einsatz von Kobalt in einem Satz zusammenfassen.

Mit Elektromobilität versucht man gegen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen anzukämpfen. Stimmt, aber wir tauschen eine Abhängigkeit gegen eine andere aus. Erdöl gegen Kobalt. Kobalt wird meist zusammen mit Kupfer abgebaut. Dass es praktisch keinen Kupferbergbau in Europa gibt, gibt es hier auch kein Kobalt.

Die Kosten der Produktion eines Elektroautos sind nicht planbar. Sie hängen unter anderem von den Rohstoffpreisen ab. Der Preis für Kobalt hat sich seit 2016 vervierfacht. Es gibt keine akkuraten Daten darüber, wieviel Kobalt wo lagert.

Hauptlieferant von Kobalt ist die DRK (Demokratische Republik Kongo). Hier kann man nun gar nichts richtig machen. Kinderarbeit ist in den vielen tausend Kleinbergwerken Wirklichkeit. Diese Mini-Minen agieren im gesetzesfreien Raum, das Geld aus dem Rohstoffverkauf finanziert lokale Konflikte.

Das Schließen solcher Kleinbergwerke würde zu einer humanitären Katastrophe führen. Man schätzt, dass weltweit etwa 40 Millionen Menschen im informellen Bergbau arbeiten und dass inklusive der Familien 100 Millionen Menschen davon leben. Die Zahl der im „offiziellen“ Bergbau arbeitenden Menschen wird hingegen nur  auf sieben Millionen geschätzt.

China, weniger heikel bei Kinderarbeit und Menschenrechte als die Europäer, haben sich schon längst in der DRK häuslich niedergelassen und liegen im Wettlauf um Kobalt weit vorne.

Etwas jedoch kann man – angesichts der vielen Unbekannten und der oben aufgezählten Rahmenbedingungen – richtig machen: ja keine Preisprognose für Kobalt abgeben.