Mehr Kupfer, weniger Smog!

27.06.2017

Lautlos rollt der Tesla zum Supercharger. Anstecken, Kaffee trinken und weitere 200-300 Kilometer fahren. Unabhängig sein von volatilen Rohölpreisen, den Kick bei der Beschleunigung genießen, in manchen Städten die Gebühren fürs Kurzparken sparen und auch noch Umweltbewusstsein signalisieren – das sind einige der Vorteile, die der Fahrer eines Elektroautos hat. Noch sind es nur einige wenige, aber bereits 2020 könnten weltweit 9 bis 20 Millionen und 2025 um die 50 Millionen Elektroautos im Einsatz sein.

Zeichen Chin Bus für MArktberichtWas aber wirklich zählt, ist die „Null-Emission“ der Fahrzeuge. Bilder von Menschen mit Atemmasken unter einer graubraunen Smogsuppe sind uns bekannt. Megastädte in (noch) Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien haben ein massives Problem mit Umweltverschmutzung. Elektroautos und vor allem aber Elektrobusse versprechen schnelle Abhilfe. In China fährt bereits jeder zehnte Bus elektrisch, das sind 50.000.

Zum Vergleich: in Europa sind es derzeit zirka 6.000. Im Rahmen des aktuellen 5-Jahresplans subventioniert China die Erzeugung von Elektrobussen massiv, auch in Hinblick auf Exporte. Bushersteller wie Daimler oder MAN erwarten, dass im Jahr 2030 in etwa 60-70 Prozent aller weltweit betriebenen Busse emissionsfrei, also elektrisch fahren werden.

Mehr Elektrizität bedeutet auch mehr Kupferverbrauch.Zeichen Auto f Marktbericht                                In einem mit Kraftstoff betriebenen PKW sind heute um die 23 Kilogramm Kupfer verbaut, in einem Elektrofahrzeug um die 80 Kilogramm, in einem elektrisch betriebenen Bus zwischen 200 und 370 Kilogramm. Dazu kommt, dass auch das Netz der Ladestationen und deren Zuleitungen ausgebaut werden müssen. Dafür benötigt man ebenfalls Kupfer.

Glaubte man, dass durch Glasfaser und LEDs nach über 9.000 Jahren Kupfer aus der Mode kommt, so wird dank Elektromobilität der Verbrauch – und damit auch der Preis – steigen. Gut, dass Kupfer endlos im Kreislauf geführt werden kann.