Ferry erklärt die Welt des Altmetalls: Aluminium

Hallo, ich bin der Ferry, eine der vielen fleißigen AmEisen bei Altmetalle Kranner. Weil ich mich inzwischen schon ganz gut bei den Altmetallen auskenne, soll ich Euch heute durch die Welt des Aluminiums führen. Dabei geht es – weil wir ja Altmetall-Händler sind – natürlich um Schrotte aus Aluminium, wie man sie richtig sortiert und wie das Recycling funktioniert. Begleitet mich also in die Welt des Aluminiums.

 

Die Welt des Aluminiums beginnt direkt vor Eurer Nasenspitze. Vielleicht habt Ihr gerade ordentlich Durst und trinkt ein kühles Cola oder einen Energy-Drink aus der Dose.
Nun werft einen Blick auf die Dose. Irgendwo seht Ihr ein „Alu“  oder „Fe“   Zeichen.

Gefunden? Getränkedosen können nämlich aus Aluminium oder aus Eisen sein. So werdet auch Ihr zum Altmetall-Spezialisten. Und weil wir gerade beim Experten sind: Ist Euch schon einmal dieses Zeichen  aufgefallen?  Es bedeutet, dass dieser Gegenstand recycliert werden kann.

Metalle endlos im Kreislauf führen

Ich hab’s vorher auch nicht gewusst: Gerade Metalle kann man praktisch endlos im Kreislauf führen. Das heißt: Ein Produkt wird aus Metall hergestellt, nach der Verwendung wieder eingeschmolzen, um daraus ein neues Produkt zu machen. Echtes Recycling eben, mit einem tollen Nebeneffekt: Energie-Einsparung! An so etwas denkt der Laie ja gar nicht, wenn ich Alu aus Aluminium-Schrotten erzeuge, spare ich bis zu 95% an Energie.

 

Und nicht nur das! Es schont auch die Umwelt. Bauxit, das Erz aus dem Aluminium gewonnen wird, wird im Tagbau abgebaut. Das bedeutet, dass riesige Flächen mit monströsen Bergbaumaschinen umgeackert werden. Wahrlich kein schöner Anblick.

Universell einsetzbares Leichtmetall: Aluminium

Das Leichtmetall ist aber so universell einsetzbar, dass es aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken ist. Bevor ich 2017 bei Altmetalle Kranner als Mitarbeiter angefangen habe, war mir das auch nicht so bewusst. Aluminium ist Aluminium – dachte ich.
Weit gefehlt, das musste ich bald feststellen: Beim Sortieren lernte ich, dass es über 30 verschiedene Aluminium-Sorten gibt!!!

 

Da macht es schon einen Unterschied, ob Alu-Profile lackiert oder rein sind. Ganz schwierig wird es bei Fensterrahmen aus Aluminium. Jeder Fensterrahmen ist anders aufgebaut: Manchmal ist ein Rahmen aus Holz nur mit Aluminium verkleidet, das andere Mal sind die Ecken mit Eisenteilen verstärkt und manchmal sind die Profile auch geschäumt. Das ist wie bei den Menschen: Der kann innen drin ganz anders aussehen, als wie er sich nach außen gibt.

Altmetalle sortieren: ganz schön kompliziert

Apropos Fenster: Schaut euch um, sicher gibt es auch dort, wo ihr Euch jetzt aufhält, ein Fenster mit isoliertem Glas. Dieses Glas steckt in besonderen Profilen, den sogenannten Iso-Profilen. Wisst ihr, warum man Iso-Profile dazu sagt? Nein? Ich wusste es auch nicht: Der Kunststoff ist die Wärmedämmung zwischen dem Glas und dem Aluminium. So bleibt die Wärme drinnen und die Kälte draußen – eben eine Isolierung! Ganz schön kompliziert, Altmetalle zu sortieren. Das denk’ ich mir immer noch. Ich habe mein ganzes Leben nicht so viel gelernt wie in meinem ersten Jahr beim Kranner. Gott sei Dank sind meine Kollegen und Kolleginnen so nett und hilfsbereit und ich kann sie jederzeit fragen. Jetzt weiß ich auch, warum wir drei Mal pro Jahr Schulungen haben.

Wunderwaffe: Röntgenfluoreszenz Analysengerät

Manchmal geht es dabei zu wie auf der Universität: Wir erfahren, dass Aluminium-Profile aus der Legierung AlMgSi0,5 bestehen müssen, sonst sind es eben keine blanken Profile. Aber hallo, das geht wirklich kaum in mein AmEisen-Gehirn rein. Gut, dass wir im Zweifelsfall auf unser (sauteures) Analysegerät zurückgreifen können. Mit der „Pistole“ – so sagen wir dazu, denn wer merkt sich schon „Röntgenfluoreszenz Analysengerät“ – entlocken wir dem Altmetall (fast) alle Geheimnisse.

Sorry, jetzt habe ich wohl ein bisschen zu dick aufgetragen mit meinem Fachwissen. Bin halt mächtig stolz drauf, ist ja auch hart erarbeitet. Eigentlich wollte ich nur aufzeigen, wo überall um uns herum Aluminium zur Anwendung kommt. Wollte Euch dafür sensibilisieren, dass Ihr mit offenen Augen durch unsere Metall-Welt geht.

Über das Leben eines Alu-Kochtopfs

Habt Ihr denn schon darüber nachgedacht, welch’ eine spannende Lebensgeschichte so ein Aluminium-Kochtopf hat? Aluminium wird als Industriemetall seit etwas mehr als 120 Jahren verwendet. Alles Aluminium beginnt als Bauxit. Die größten Bauxit-Vorkommen gibt es in den ABC-Staaten: Australien, Brasilien, China.

 

Auch unser Kochtopf aus Aluminium hat dort als Bauxit das Licht der Welt erblickt, um dann in einem aufwendigen Prozess mit Einsatz von sehr viel Energie zu Roh-Aluminium umgewandelt zu werden. Das Roh-Alumium ist der Ausgangspunkt für seine vielen Leben: Wer weiß, vielleicht war unser Aluminium-Kochtopf vor 100 Jahren ein Dekor-Element auf einem Wolkenkratzer in New York, wurde eingeschmolzen, um als Alu-Felge an einem Porsche mit seinem Besitzer auf Aufriss zu gehen (ok, das ist ein Klischee, hört sich aber spannend an). Leider hatte der Porsche einen Unfall – vorbei war das Leben als glänzende Alu-Felge und rein in den Schmelzofen.


Es wird noch exklusiver: Als Teil der Tragfläche des Privatjets von einer bekannten Persönlichkeit lernt er die ganze Welt kennen. Bedauerlicherweise nur für ein paar Jahre. Bei der ersten Revision werden Haarrisse entdeckt. Vorbei das Leben als Jet-Setter. Und wieder führt der Weg übern Schrottplatz in den Aluminium-Schmelzofen.

Aussteiger? Unmöglich!

Er wird als Aluminium-Stange wiedergeboren. Diesmal wird es ein kurzes Leben: Aus der Stange wurden Präzisionsteile für ein Formel 1-Auto gedreht. Leider fiel der Kochtopf als Aluminium-Span zu Boden und ehe er sich versah, war er wieder im Ofen, eingeschmolzen und wieder zu neuem Roh-Aluminium verarbeitet.

Es folgte eine kurze, aber intensive Affäre mit einer Kupferdame. Die beiden wohnten in einer Klimaanlage als sogenannte Wärmetauscher, eine Kombination aus Kupferrohren mit Aluminium-Kühllamellen.

Und jetzt liegt er bei Altmetalle Kranner am Aluminium-Schrotthaufen und wartet auf sein nächstes Leben. Da werd’ ich zum Philosophen: Gut, dass er nicht weiß, was ihn erwartet! Vielleicht muss er die nächsten 40 Jahre als Alu-Cobond die Fassade eines Parkhauses behübschen und dabei Tag und Nacht die giftigen Abgase einatmen. Keine rosigen Aussichten, aber wie wird man als Teil der Kreislaufwirtschaft zu einem Aussteiger?

 


Für alle, die so wie ich einfach immer noch mehr wissen wollen, hier meine persönliche Link-Sammlung:

 

 

  • Spannende Broschüre übers Aluminium vom Verband Deutscher Metallhändler (VDM) Link
  • Die Doktorarbeit von Hanno Buchner an der TU-Wien über den Aluminium-Haushalt Österreichs, echt etwas für Wissenschafts-Freaks Link
  • Ein fast unerschöpfliche Quelle für Informationen über Aluminium ist die Website des Internationalen Aluminium Instituts Link