An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil

09.10.2012

Diese Aussage von André Kostolany *) gilt unverändert. Auch für die LME, die Londoner Metallbörse.  Momentan scheinen die Pessimisten die Oberhand zu haben. Was sind die Fakten? Was spielt sich nur in den Köpfen ab? Was ist das Gegenteil?

Ein Erklärungsversuch:

In China wirken die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft – wenn überhaupt – nur zögerlich.  Japan hat die Autoproduktion in China auf die Hälfte zurückgefahren. Ein Alarmzeichen, gilt doch die Automobilindustrie speziell für den Metallmarkt als Leitindustrie.

In Europa versetzen die Nachrichten von immer neuen schwächelnden EU-Ländern den Rohstoffpreisen einen Dämpfer.

In Amerika haben die unerwartet niedrigen Arbeitslosenzahlen den Dollar gestärkt.

Die Hedge-Fonds rechnen damit, dass Rohöl in den nächsten 2 Wochen um mehr als 20% billiger wird.

Wir rechnen mit einer steigenden Inflation. Die westlichen Industriestaaten – allen voran die USA – können ihren Zahlungsverpflichtungen nur nachkommen,  wenn sie mehr Geld in Umlauf bringen. Das bedeutet Geldentwertung.

Die Finanzmärkte werden sich auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht beruhigen. In solch unruhigen Zeit mit drohender Geldentwertung sind Sachwerte gefragt, allen voran Edelmetalle. Kein neuer Mechanismus, kein neues Patentrezept, aber immer noch sehr beliebt. So wurden in den letzten beiden Wochen etwa 1.150 Tonnen Silber an diverse Börsenläger geliefert – für alle Fälle.


 

Die Stimmung ist schlecht, das drückt die Preise. Die Preise sind schlecht, das drückt auf die Stimmung. Auch das Gegenteil ist richtig.

*) amerikanischer Börsenkolumnist ungarischer Herkunft