Anarchie in der Eisenwelt

24.02.2016

In der Welt des Eisens und Stahls ist nichts mehr wie es war. Eigentlich herrscht Anarchie.

Eisen wird nicht wie die Industriemetalle (Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn) an der Börse gehandelt. Die Preise für die verschiedenen Eisensorten werden jeweils für einen Monat festgesetzt. Im erweiterten Mitteleuropa – u.a. mit Luxemburg – gilt der sogenannte Eurofer. Die Einkäufer einiger großer Stahlwerke setzen sich zusammen und legen die Einkaufspreise für die Eisen- und Stahlschrotte fest.

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In Österreich gibt es analog dazu eine von der Voestalpine Stahl erarbeitete und von der WKO herausgegebene monatliche Preisempfehlung.

Beide sind mit Ende Februar Geschichte. Beide werden (vorrübergehend?) eingestellt. Der Stahlschrott-Markt bleibt sich selbst überlassen.

Die Folgen für Österreich? Eigentlich noch nicht absehbar. Noch gibt es keine Alternativen. Er wird sich irgendwie ergeben, der Preis für die Eisen- und Stahlschrotte – oder auch nicht.

Nach wie vor überschwemmt China mit billigem Neustahl Europa und es ist derzeit kein Ende in Sicht. Die europäischen Stahlkocher bleiben auf ihrer Ware sitzen und benötigen daher auch kaum Schrotte für ihre Produktion.

Und so ist es sogar denkbar, dass in absehbarer Zukunft für die Übernahme von Eisenschrotten Kosten verrechnet werden müssen.