Auto statt Dose

21.07.2015

Die 1960iger Jahre waren  Boomjahre für die Aluminiumerzeuger. Die  großen Softdrink-Erzeuger wie Coca Cola oder Pepsi stiegen von Eisendosen auf Dosen aus Aluminium um und bescherten damit der Branche traumhafte Zeiten.

Es darf wieder geträumt werden: Automobilhersteller versuchen ihre Fahrzeuge immer leichter zu machen. Und das geht am besten mit Aluminium. Wir haben darüber berichtet: Meine Knochen sind so schwer.

Dabei dreht sich alles um die neue „ökologische Maßeinheit“, die CO2-Einsparung: wird das Gewicht eines KFZs um 100 Kilogramm verringert, spart es auf 100 Kilometer neun Gramm CO2.  Multipliziert man die über 4,7 Millionen PWs in Österreich mit den durchschnittlich 13.100 gefahrenen Jahreskilometern, dann  . . .   könnte man richtig viel CO2 einsparen. Und dafür benötigt man richtig viel Aluminium.

1978 wurden pro PKW durchschnittlich 32 Kilogramm Aluminium verbaut, 2015 sind es 160 Kilogramm. Eigentlich sollte solch ein Mehrverbrauch zu höheren Preisen führen.

Kurzfristig ist davon allerdings noch nichts zu merken.  Im Gegenteil: seit September 2014 ist der Börsenpreis für Aluminium um 25% auf den niedrigsten Preis seit sechs Jahren  gefallen. Grund dafür – auch wenn wir es gebetsmühlenartig wiederholen – ist China. China hat im Mai 2015 um 22% mehr Primäraluminium erzeugt als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Langfristig sehen wir aber ein hohes Preisniveau für Aluminium. Neben der Automobilindustrie setzen auch die Flugzeugwerke und die Verpackungsindustrie immer mehr Aluminium ein. Erstere wegen des Gewichts, zweitere wegen der guten Recyclierbarkeit des Leichtmetalls.