BREXIT und die Rohstoffe

04.07.2016

Politisch und wirtschaftlich unsichere Zeiten sind normaler Weise gute Zeiten für Rohstoffe. Je nebuloser der Status quo umso größer der Wunsch nach Handfestem im wahrsten Sinne des Wortes. Metalle sind dazu bestens geeignet: je schwerer desto mehr Wert – könnte die Faustregel lauten. Auf jeden Fall fühlt sich jedes Metall gewichtiger an als eine Aktie, sofern sie nicht ohnehin nur mehr in digitaler Form existiert.

Momentan scheinen aber nur Gold und seine kleine Schwester Silber diesen Wunsch nach Greifbarem und Sicherheit ansatzweise befriedigen zu können. Der Goldpreis ist um über 5% und der Silberpreis  um mehr als 11% gestiegen.

Wir sahen das Referendum in Großbritannien als Win-win-Situation für die Rohstoffe.

Flagge verschwindet - Online - Trans

Geht GB, dann bedeutet das große Unsicherheit und eine Flucht in die bodenständigen Rohstoffe. Bleibt GB, dann könnte die EU endlich zur Ruhe kommen und damit die Wirtschaft anspringen. Eine boomende Wirtschaft braucht Rohstoffe und das würde ein Ansteigen der Metallpreise bringen.

Und was ist passiert: nichts. Die Preise sind kurzfristig leicht gestiegen. Das war’s dann aber auch schon. Warum ist das so?

Um unsere – schon oft benutze – Metapher zu bemühen: wenn in Peking ein Fahrrad umfällt  …. dann hat das mehr Auswirkungen auf den Metallmarkt als ein Brexit. Traurig aber wahr: die Volkswirtschaft Europa hat kaum mehr Einfluss auf die Weltmarktpreise bei  Rohstoffen.