China: Altmetall ja, aber bitte sauber

27.08.2018

Chinas Aktivitäten in Sachen Reduktion der Umweltbelastung gehen munter weiter und – wie könnte es anders sein – haben Auswirkungen auf den Rest der Welt. Auch der Altmetallhandel in Europa bekommt diese Entwicklung zu spüren.

Das Reich der Mitte schließt ältere Betriebe, weil diese die Umwelt belasten oder unwirtschaftlich produzieren. Nicht ganz so alte Produktionsanlagen werden ersetzt oder modernisiert. So entlastet man die Umwelt und kann schneller auf Bedarfsschwankungen reagieren.

Als eine der Folgen ist China beim Import von Altmetallen bei der Qualität wählerisch geworden und weigert sich Schrotte mit zu vielen Fremdanhaftungen zu übernehmen.
Messing beispielsweise ist ohne genaue Vorsortierung und Entfernung von Schadstoffen nicht mehr exportfähig. Die Grenze liegt bei maximal 1 % Fremdanhaftung wie Eisen oder Kunststoff. Messing muss also jetzt bearbeitet werden. Die anfallenden Sortier- und Bearbeitungskosten vermindern den Ankaufspreis.

Diesen Mehraufwand will sich nicht jeder Schrotthändler antun. Daher wird weniger Messing nach China exportiert. So bleibt viel Material in Europa, was ebenfalls den Preis drücken dürfte.
Doch Rohstoffe werden global gehandelt und die Preise sind Weltmarktpreise. Und noch ist die globale Konjunktur gut. Gute Konjunktur bedeutet hohe Produktionszahlen und damit großen Hunger nach Rohstoffen, also auch hohe Preise für Metalle.

Also wie immer: Nix Genaues weiß man nicht.

Mit einer Gewissheit jedoch können wir aufwarten: Noch keine gute Konjunktur hat ewig gedauert.