Danke, kein Bedarf

17.11.2015

Anlieferstopp im Stahlwerk der voestalpine AG in Linz und was das über die Preise für Alteisen aussagt.

Don't Touch

Die Situation am Eisenschrott-Markt spitzt sich weiter zu. Kurz und bündig zusammengefasst: zu viel Stahl am Markt, sinkende Nachfrage, keine Änderung in Sicht. Die Stahlwerke fahren die Produktion hinunter und benötigen damit auch keinen Nachschub an Schrotten.

Das Stahlwerk der voestalpine AG in Linz hat einen Anlieferstopp ausgesprochen. Das heißt, dass die Läger voll sind. Auch die schon bestellten Mengen werden momentan nicht übernommen. Eine nicht unübliche Maßnahme bei Metallwerken. Wir allerdings können uns nicht erinnern, dass das in den letzten 20 Jahren in Linz der Fall gewesen wäre.

Die Gründe sind dieFüllbildselben, die wir schon in unserem Bericht „Eisen am Boden“  vom 28.9.2015 angeführt haben. China produziert ungebremst Stahl, obwohl sich die Nachfrage im eigenen Land stark verringert hat. Und der überschüssige Stahl wird exportiert. Bis August 2015 waren es 70 Millionen Tonnen, hingegen im ganzen Jahr 2014 „nur“ 87 Millionen Tonnen.

Man darf China nicht alleine die Schuld geben. Auch die Hauptverbraucher von Stahl, allen voran die Erdöl- und Erdgasindustrie, die Bau- oder auch die Automobilindustrie kämpfen bereits im fünften Jahr in Folge mit schlechter Auftragslage.

Und keine Änderung in Sicht. Wir erwarten – zumindest für das erste Halbjahr 2016 – keine Besserung bei den Eisen- und Stahlschrotten.