… dem Narren sein Ziel!

29.05.2017

„Zuwenig und zuviel ist dem Narren sein Ziel!“ besagt ein altes Sprichwort.

Momentan passt es gut zum globalen Aluminium Markt. China, Russland und Nordamerika sind die größten Produzenten von Aluminium und sie verfolgen völlig unterschiedliche Strategien.

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In den USA hat Präsident Trump – ganz nach seinem Wahlspruch „America first“ – seine protektionistischen Aktivitäten auf Aluminium ausgeweitet. Aluminium wird häufig bei der Erzeugung von Kriegsgeräten eingesetzt. Angeblich würde eine Importabhängigkeit bei diesem Leichtmetall ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellen.

So hat er kurzerhand Importbeschränkungen ausgesprochen. Der wahre Grund dafür ist aber eher der Schutz für die sich im starken internationalen Wettbewerb befindlichen US-amerikanischen Aluminium Produzenten.

Der russische Oligarch Oleg Wladimirowitsch Deripaska, Präsident und Miteigentümer von RUSAL, der zweitgrößten Aluminiumgesellschaft der Welt, wittert nach neun Jahren Investitionsstopp Morgenluft. Nach einem guten ersten Quartal 2017 rechnet der Konzern für die nächsten Jahre mit einem weltweiten Defizit an Aluminium: Dieses könnte bis 2021 bei ein bis zwei Millionen Tonnen liegen. Er will bis zu drei neue Werke in Sibirien bauen lassen. Die Milliarden dafür muss er sich allerdings erst bei den Banken leihen.

In China hingegen geht Chalco, einer der größten Aluminiumproduzenten des Landes, einen anderen Weg. Da der Preis für Alumina (Aluminiumoxid), einem Vorprodukt bei der Herstellung von Aluminium, seit Jahresbeginn um zirka 25% gefallen ist, wird das Unternehmen seine Produktion um fast eine Million Tonnen drosseln.

Die Zukunft wird zeigen, welcher Narr Recht behält. Wir jedenfalls halten uns an das alte Metallhändler-Sprichwort: „Sell in May and go away.“