Der Bär ist los

21.05.2015

 

„We expect a bear market“ bedeutet im Börsenjargon: wir erwarten fallende Preise.

Wie immer in den letzten Jahren  hängt aber noch immer alles von Peking ab. Man ist versucht zu sagen: Will China, dass der Kupferpreis steigt, dann steigt er. Will China, dass der Kupferpreis fällt, dann fällt er.

So auch am Beginn des heurigen Jahres. Am Morgen des 14. Jänner wurden in Shanghai gewaltige Mengen an Kupfer an der Börse verkauft was den Preis auf ein Fünfjahrestief drückte. In England war noch tiefe Nacht. Die europäischen Händler haben im wahrsten Sinn des Wortes diesen gewollten Preisverfall verschlafen und konnten nicht mehr eingreifen.

Da hat jemand schnell viel Geld verdient. Bald waren die Akteure  identifiziert – chinesische Fonds, allen voran ein Yongan Futures und – nomen est omen – der Shanghai Chaos Fonds.

Seit damals ist  der Kupferkurs langsam gestiegen. Dafür gibt es eigentlich keinen Grund, vor allem nicht in China.  Die Wirtschaft schwächelt :  der Bausektor als  größter Kupferverbraucher verliert an Schwung. Die Preise für Wohnungen  fallen seit nunmehr 8 Monaten in Folge und alleine im ersten Quartal 2015 ist die Anzahl der fertiggestellten Neubauten um 20% gefallen. Aber China ist trotzdem nach wie vor der Big Player was Kupfer betrifft.

Dazu kommen noch Wirtschaftsdaten aus dem Rest der Welt, die auch Anlass zu Optimismus geben: Die weltweite Kupferproduktion wird 2015 voraussichtlich um ca. 3% wachsen. Das bedeutet eine Überversorgung von 400.000 Tonnen, was auf den Preis drücken wird.  Der Höhenflug der amerikanischen Wirtschaft entpuppt sich als schwächer als erhofft und die Europäer sind ohnehin mit Jammern beschäftigt.

Auffallend ist, dass die beiden größten chinesischen Fonds wieder große Mengen an Kupfer, das im Juli geliefert werden soll,  verkauft haben. Und wahrscheinlich werden die Fonds dann im Juli billiges Kupfer nachkaufen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Chinesen von fallenden Kupferpreisen ausgehen.