Der Drache hustet

25.07.2017

Ungewöhnliche Nachrichten aus China. Der Preis für neues Betoneisen stieg Mitte Juli auf den höchsten Preis seit 3,5 Jahren. Das ließ aufhorchen.

Der in den letzten Jahren fast gebetsmühlenartig heruntergeleierte Bericht zur chinesischen Eisen- und Stahlindustrie lautete: Bauboom in China stark rückläufig, Stahlwerke produzieren auf uneingeschränkt hohem Niveau weiter. China überschwemmt den Rest der Welt mit billigem Stahl.
Baustahl Foto

 

Was ist nun aber passiert? Die globale Konjunktur ist gut. Es wird produziert und es wird gebaut. Die Welt außerhalb Chinas benötigt viel Baustahl.

 

Parallel dazu holen Umweltprobleme die chinesische Regierung ein. Die Menschen werden über kurz oder lang Smog und die daraus resultierenden Atemwegserkrankungen nicht mehr einfach stoisch ertragen.

Im ersten Halbjahr wurde die Produktion von minderwertigem Stahl um 120 Millionen Tonnen heruntergefahren, um Überkapazitäten zu eliminieren und durch das Schließen von Stahlwerken gegen die Luftverschmutzung anzukämpfen.

Auch die Ankündigung, dass Gesetze mit schärferen Umweltauflagen und mit externen Kontrollen der Stahlqualitäten bereits Ende Juli beschlossen werden könnten, brachte Unruhe in den Markt. Die Nervosität, dass eine Knappheit an Betoneisen entstehen könnte, ließ die Preise steigen.

Wurde auch Zeit.