Drache ohne Appetit

04.09.2015

Hand aufs Herz: Wer hat wirklich allen Ernstes geglaubt, China würde für Jahrzehnte ein zweistelliges Wirtschaftswachstum zuwege bringen? Wie sollte das funktionieren?

Aber alle Rohstoffakteure glaubten es und agierten genauso. Weltweit wurden Minenkapazitäten erweitert, Hochöfen in Betrieb genommen und auf Teufel komm raus wurde nach China exportiert.

Damit ist es nun vorbei. Große Rohstoffkonzerne ziehen bei Investitionen die Notbremse. Und dabei sprechen wir noch nicht von einer Krise. Der Drache ist einfach nur nicht mehr so hungrig. Noch gibt es in China ein Wirtschaftswachstum von zirka 7%. Das ist aber deutlich weniger als noch vor Jahren.

Eine boomende Wirtschaft braucht Rohstoffe. China benötigt jetzt nicht mehr so viele wie früher. Daher fallen die Preise. Und da gibt es noch genug Spielraum nach unten!

Vergessen wir nicht: Vor 2004 notierte Kupfer an der Börse zwischen 1500 bis 2000 Euro pro Tonne. Jetzt notiert es um 4500!

Komoran - trans

All jene, die mit oder von Rohstoffen leben, sind diese Ups und Downs bei den Preisen gewohnt. In den letzten zehn Jahren waren die Wellen besonders stark.

Wir stellen uns auf Monate moderater oder sinkender Preise ein, ganz nach dem alten Sprichwort: Das Fallen geschieht nur um des Steigens willen.

Wie hoch sie steigen werden, hängt unter anderem auch vom Appetit des Drachens ab.

Na dann, Mahlzeit!