Eisen am Boden

28.09.2015

Deutsche Schrotthändler rechnen bei Alteisen mit einem Preisverfall von 40 Euro pro Tonne bis Ende dieses Jahres. Das tut allen weh: Den Schrotthändlern, weil sich die Margen verringern; den Abbruchfirmen, weil sie die Objekte vor Monaten kalkuliert haben, als der Preis für Alteisen noch doppelt so hoch war; den Privatpersonen, die ihre Garagen zusammenräumen und nun das Gefühl haben, dafür nicht adäquat „entlohnt“ worden zu sein.

Eisenträger

Wenn es so weiter geht, dann sind auch wieder Entsorgungskosten für Alteisen denkbar. Das gab’s schon einmal: Anfang der 1990er Jahre.

Aber warum ist das so?

Roheisen ist das Ausgangsmaterial für die Stahlproduktion. Der Verbrauch von Stahl ist wiederum ein Indiz für die Konjunktur.

Und da sieht es in Europa gar nicht gut aus. 2015 werden voraussichtlich 210 Millionen Tonnen Stahl produziert, aber nur ca. 170 Millionen Tonnen benötigt.
Parallel dazu produzieren chinesische Stahlkocher um 15 bis 20 Prozent billiger als die europäischen. In China ist das Ausgangsmaterial für Stahl großteils Eisenerz, das aufgrund niedrigerer Löhne und laxer Umweltauflagen kostengünstig gewonnen werden kann.
Das sieht alles nicht nach einem baldigen Preisanstieg für Eisenschrotte aus.