Elektronikschrott: wer will mich?

22.01.2019

Kunststoffe – vor allem jene, die im Müll landen – sind das Öko-Thema der letzten Monate. Kunststoffe, die weder im Meer noch in China landen sind der Grund für den Verfall des Preises für Elektronikschrott.

In der Sammelfraktion „unsortierter Elektronikschrott“ finden sich vor allem PCs, Drucker, Kopierer, Mäuse oder auch Tastaturen. Allesamt sind sie als kurzlebige, kostengünstige  Konsumgüter ausgelegt und so ist der Anteil an Kunststoff sehr hoch.

Seit 1.1.2018 übernimmt China keine Kunststoffabfälle mehr. 2016 hat China noch 7,3 Millionen Plastikmüll importiert. Von 100 auf 0 in nur einem Jahr. Und das bei insgesamt 24 Abfallarten, darunter auch Elektronikschrott.

Angekündigt hat China die Maßnahmen im Juli 2017. Bis Mitte 2018 hat der Altmetallhandel im Bereich Elektronikschrott keine Auswirkungen bemerkt. Dann begannen die Preise leicht zu fallen. Jetzt wird für den Elektronikschrott nur mehr halb so viel bezahlt wie noch im Herbst 2018. Tendenz: weiter fallend. Der Grund dafür sind die gestiegenen Preise für die Entsorgung von Kunststoffabfällen.

 

 

Seit China als günstiger Abnehmer ausfällt, muss der Kunststoff in Europa verbrannt und deponiert werden. Und das ist auf jeden Fall teurer, aber auch ökologischer. In spezialisierten Aufarbeitungsbetrieben werden aus dem Elektronikschrott die Rohstoffe zurückgewonnen. Momentan sind die Kosten für diesen Prozess noch niedriger als der Erlös für die Rohstoffe. Aber auch das könnte sich bald ändern. Drucker, wo der Toner nicht entfernt wurde, werden bereits jetzt nur mehr ohne Vergütung übernommen.