EU – Aluminiumrecycling adieu

04.03.2014

In Europa wird das Recyceln von Aluminium zunehmend unattraktiver. Es gibt kaum mehr Schmelzwerke. Sie haben das Handtuch geworfen: hohe Energiepreise, strenge Umweltauflagen, das Verbot von staatlichen Subventionen und teure Arbeitsplätze. Die paar Werke die es noch gibt, halten sich nur, weil sie in große Konzerne integriert sind.

Allein durch Exporte nach Indien und China entgingen der europäischen Recycling-Industrie 2012 fast 500.000 Tonnen und im Jahr darauf fast 440.000 Tonnen Aluminium-Schrotte.

Und die Aufkäufer aus Russland und den Golfstaaten scharren auch schon in den Startlöchern, denn dort werden gerade neue Schmelzwerke errichtet: die fossilen Rohstoffe und Arbeitskraft sind billig und Umweltauflagen fast unbekannt. Energiekosten sind teilweise extrem günstig:  zwei Cent pro kWh. In Europa sind die Preise wesentlich höher und werden nur für kurze Zeit fixiert, so dass für die Produzenten eine genaue Planung in die Zukunft nicht möglich ist.

Bei den Golfstaaten kommt noch hinzu, dass durch die Nähe zum Meer Schrotte und Erze per Schiff angeliefert und die fertigen Produkte ebenfalls auf diesem unschlagbar günstigen Weg exportiert werden können.

In Europa will man zwar den Export von Rohstoffen aus der EU verhindern, doch auf die Schmelzbetriebe kommen immer mehr  Auflagen und höhere Kosten zu. Es ist daher anzunehmen, dass es in den nächsten Jahren zu weiteren Schließungen respektive Abwanderung von Schmelzbetrieben kommt. Mit ähnlichen  Problemen kämpft übrigens auch die Eisen- und Stahlindustrie. Damit ist Europa dann auch bei den Sekundärrohstoffen von Importen abhängig. Keine gute Idee.