Frühlingserwachen

24.03.2017

BlumePünktlich zu Frühlingsbeginn blühen sie alle auf: die Analysten, die Minenbetreiber, die Wirtschaftstreibenden, die Verbraucher, die Marktbeobachter, die Hüttenbetriebe, die Altmetallhändler und die Investoren. Die Weltwirtschaft scheint endgültig aus dem Winterschlaf erwacht zu sein und vor allem ist die Stimmung global gut. Warum? Wie immer gibt es viele Erklärungsversuche. Wie immer, man weiß es schlicht und einfach nicht. Vielleicht war einfach wieder einmal die Zeit reif dafür.

Rohstoffpreise waren immer ein Spiegel der Weltwirtschaft, waren immer global. Brauchten früher Schiffe Monate um Neuigkeiten von einem Kontinent zum anderen zu transportieren, so geht das heute in Bruchteilen von Sekunden. Dementsprechend schnell ist natürlich auch der Handel mit Rohstoffen geworden.

Der Kupferpreis hat sich schon kurz vor den Wahlen in den USA im November 2016 erholt und in den letzten Wochen noch einmal kräftig zugelegt. Grund dafür waren die Streiks in südamerikanischen und indonesischen Kupferminen. Wir erwarten ein baldiges Ende dieser Streiks, was zu einem niedrigeren Kupferpreis führen könnte. Ein vorübergehendes Abrutschen um bis zu 1000 Dollar ist für uns nicht denkbar.

Aluminium erlebt einen Verwendungs-Hype. Autos sollen leichter werden, unter anderem um damit den Treibstoffverbrauch zu reduzieren. Das bedeutet den vermehrten Einsatz von Aluminium in der Automobilindustrie. Aluminium, das jetzt in Autos verbaut wird, ist frühestens erst in fünf bis zehn Jahren als Sekundäraluminium auf dem Markt. Parallel dazu versucht die OPEC alle Förderländer zu einer Reduzierung der Mengen zu bewegen. Damit wird Energie teurer und das wiederum macht Aluminium teurer, da dessen Produktion ja sehr energieintensiv ist. Somit glauben wir an zumindest gleichbleibende oder leicht steigende Aluminiumpreise für die nächsten Jahre.

Wir glauben, dass Nickel der Shooting Star des heurigen Jahres wird. 2015 wurden rund 2150 Tausend Tonnen Nickel aus Minen gefördert. 2016 waren es um sieben Prozent weniger. Parallel dazu stieg aber der Verbrauch im selben Jahr um acht Prozent. Zurückgefahrene Minenproduktion, gestiegener Verbrauch und noch dazu positive Aussichten für die globale Wirtschaft sind die besten Voraussetzungen für ein Ansteigen des Nickelpreises.

Alles in allem recht rosige Aussichten für die nächsten Monate. Aber es gibt eine große Unbekannte: Was macht die Politik? Da gibt es momentan viele unberechenbare Akteure. Ein einziger Tweet und unsere Prognose könnte Schall und Rauch sein.