Fundiert oder manipuliert?

12.08.2013

Preise gehen nach oben?

Fundamental, das heißt basierend auf „echten“ Daten, gibt es Anzeichen für eine Verbesserung der weltweiten Konjunktur: das Wachstum Chinas stabilisiert sich, die Erholung in Deutschland verstärkt sich, auch aus England kommen Zeichen der Besserung und Hedgefonds steigen wieder in Rohstoffe ein. Krise beendet? Mehr Produktion ist gleichbedeutend mit größerem Ressourcenverbrauch und höheren Metallpreisen. Das Szenario ist bekannt.

Vielleicht aber sollten die Metallpreise von Haus aus niedriger sein? Es mehren sich die Anzeichen, dass durch global agierende Rohstofffirmen, wie zum Beispiel Goldman Sachs, die Preise manipuliert werden. Diese haben Warenhäuser mit ihren dazugehörenden Metalllägern gekauft. Dann sind Mitarbeiter entlassen und die Arbeitszeit gekürzt worden. Damit hat sich die Zeit zwischen Kauf und Auslieferung des Metalls verzwanzigfacht. Der Käufer muss auch noch die Lagergebühr dafür zahlen.

              

So hat zum Beispiel Metro International – ein weiterer global Player – in Detroit eine riesige Lagerhalle gemietet. Das war 2008. Damals waren 850.000 Tonnen Metall eingelagert. 2012 waren es fast doppelt so viele Tonnen. Die Folge: eine künstliche Verknappung.

Derzeit laufen bei diversen Lagerhäusern und auch bei der in privater Hand befindlichen Londoner Metallbörse (LME) dahingehend Untersuchungen.

So wird es immer schwieriger Preisentwicklungen vorauszusagen. Zu den bekannten Unbekannten Wirtschaftsentwicklung und Börsenspekulation gesellt sich eine neue Unbekannte: Lagermanipulation.