Heißes Eisen

01.04.2016

Auf dem Rohstoffmarkt ist Eisenerz der Gewinner des 1. Quartals. Seit Anfang des Jahres ist der Preis um fast 30% gestiegen. Letztlich ist das kein Kunststück, so tief wie er war.

Der extreme Preisverfall des vergangenen Jahres war zum Großteil gewollt. Wie auch beim Erdöl, wollen einige wenige Große die Preise auf sehr niedrigem Niveau halten, damit finanziell weniger potente Mitbewerber das Handtuch werfen. So können dann einige „big player“ die Preise besser nach ihren Vorstellungen gestalten.

Grillo Schmelze 800x600Diese Rechnung scheint langfristig aufzugehen. Kurzfristig allerdings sind Börsenspekulanten auf die fallenden Preise aufgesprungen und haben auf weiter fallende Preise gesetzt. Damit begann die Abwärtsspirale, die den Preis auf ein verheerend niedriges Niveau gedrückt hat. Und nun wird das Spiel in die andere Richtung gespielt.

Bei dem Preis für Eisen- und Stahlschrotte ist die Situation nicht vergleichbar. Zwar scheint auch hier die Trendumkehr geschafft, aber von einer Preisexplosion sind wir weit entfernt. Einerseits ist der Verbrauch in China – unerwartet – wieder gestiegen und somit kommt weniger chinesischer Stahl auf den Weltmarkt. Andererseits wird auch der Ruf nach Maßnahmen gegen Importe von Billigstahl aus China immer lauter. Wir erwarten, dass Brüssel noch heuer in diese Richtung aktiv wird.

Die Ansprüche der Schrotthändler sind in den letzten Monaten bescheiden geworden. Ein leichter Anstieg würde die Situation bereits entspannen. Entsorgungskosten für Alteisen verrechnen zu müssen, wäre eine psychologische Herkulesaufgabe – ganz abgesehen vom administrativen Aufwand.

Für viele kommt diese Trendumkehr zu spät. Einige Stahlwerke werden diese Krise nicht überleben. Damit gehen in Europa hunderttausende Arbeitsplätze verloren, was wiederum die Kaufkraft Europas schwächt. Geringe Kaufkraft bedeutet geringe Produktion. Geringe Produktion bedeutet geringen Rohstoffverbrauch und damit niedrige Rohstoffpreise.

Und so beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz, wären da nicht die Rohstoffspekulanten, die ab und zu alles kräftig durchmischen. Manchmal ist es sogar hilfreich, dass sich die Preise für Rohstoffe von der Realwirtschaft entkoppelt haben.