Kupfer als Wirtschaftsbarometer

31.05.2012


Die Rohstoffhändler haben sich momentan auf Warteposition begeben. Ein gebremstes Wirtschaftswachstum in China und die ungelöste Euro-Frage rund um Griechenland bremsen die Lust am Handel.

Manche erwarten ein weiteres Nachgeben des Kupferpreises um bis zu 20 % und sehen eine Erholung erst mit dem Anstieg des chinesischen Verbrauches.

China versucht seine Wirtschaft anzukurbeln:  die Kreditvergabe wird erleichtert, Zinsen gesenkt. Es ist eines der wenigen Länder das dazu noch Spielraum hat. Greifen die Maßnahmen, sollte sich  China in der zweiten Hälfte 2012 wieder in einem wirtschaftlichen Aufwärtszyklus  befinden. Und das bedeutet im Normalfall einen vermehrten Bedarf an Rohstoffen, allen voran Kupfer.

Der Kupferverbrauch ist ein gutes Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung. Energieerzeugung, Erweiterung  von Infrastruktur und Fahrzeugbau sind ohne Kupfer nicht denkbar. China und Indien haben nach wie vor ehrgeizige Pläne in diese Richtung. Das würde für einen Kursanstieg bei Kupfer sprechen.

Andere Marktbeobachter sehen den derzeitigen Rückgang der Rohstoffpreise nur als den Beginn einer Abwärtsbewegung.  Gerade die Schnelligkeit des Preisrückganges deutet auf weiteres Fallen hin.

Prognosen werden immer schwieriger, weil viele Händler elektronische, automatische Kauf- oder Verkaufs-Order geben. Durchbricht der Kupferpreis eine im Computer hinterlegte Grenze, kauft oder verkauft der Computer automatisch. Und das kann zu einer automatisierten „Massenhysterie“ und damit zu enormen Preisschwankungen führen, die fundamental durch nichts begründet sein müssen.

Eine alte Börsianerweisheit  besagt „sell in May and go away“. In den Urlaubsmonaten Juni bis August passiert meist wenig an den Börsen. Das war vor der Zeit der automatischen An- und Verkäufe.

Wir sehen die Metallpreise für die zweite Hälfte 2012 ungefähr auf jetzigem Niveau.