Lithium – Kostbares, weißes Erdöl

17.04.2018

Die Autotüre zuschlagen, starten und in 3,0 Sekunden auf Hundert sein. Alltag im Tesla Model S mit knapp um die 770 PS. Dank Lithium.

Nicht nur das Tesla Model S setzt auf Lithium. Auch der BMW i3, der Mercedes B 250e, der Citroën C-Zero sowie der Kia Soul EV können sich ein Funktionieren ohne dieses Alkalimetalls nicht vorstellen.

Elektromobilität ist ohne Lithium nicht möglich. Es ist bereits so wichtig, dass es das „weiße Erdöl“ genannt wird.

Die Deutsche Bank schätzt, dass im Jahr 2025 knapp 40% der Lithiumproduktion in Akkus für Elektroautos verbaut wird. Manche Analysten meinen, es könnten sogar 70% sein.

Wie unsicher und auch wie wenig zuverlässig solche Prognosen sind, zeigt die Aussage von Elon Musk, Chef des amerikanischen Elekroauto-Herstellers Tesla, aus dem Jahr 2016: Damals meinte er, 2018 würde er den gesamten Jahresweltbedarf an Lithium für seinen Konzern benötigen. Er träumte davon, eine halbe Million E-Autos pro Jahr zu produzieren. 2017 waren es dann de facto doch nur 76.230 Stück und sein ehrgeiziges Ziel wurde auf 2025 verschoben.

Wer jemals schon sein Elektrofahrrad auf einen Fahrradträger gehoben hat, weiß den wichtigsten Vorteil eines Lithium-Ionen-Akkus zu schätzen: Lithium ist das leichteste Metall der Welt.

Entdeckt wurde das Alkalimetall Anfang des 19. Jahrhunderts in Schweden als noch unbekanntes Element in verschiedenen Mineralien in Gesteinsform. Man nannte es einfach Lithium, was so viel wie Stein bedeutet.

Heute wird Lithium sowohl in Form von Gestein als auch in gelöster Form in Sole abgebaut. Die größten Sole-Vorkommen finden sich in den Salzseen der chilenischen und argentinischen Anden. Dort wird – wie z. B. am Salar de Uyuni – unter einer bis zu 30 Meter dicken Salzschicht die Sole zum Trocknen an die Erdoberfläche gepumpt.

Unsere elektronische Mobilität ist ohne Lithium nicht denkbar. Ob Laptop oder Smartphone – ohne Lithium keine Verbindung zur elektronischen Welt. Überall dort, wo geballte elektrische Kraft mit wenig Gewicht benötigt wird, kommen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz.

Werden diese nicht richtig gelagert, kann es zur Selbstentzündung kommen: Dabei trifft Kontakt auf Kontakt – es kommt zur Entladung. Was folgt, ist eine Explosion, meist begleitet von einem Brand. Solange allerdings die Batterien keinen Defekt haben und im Gerät eingebaut sind, sind sie „harmlos“.

Auch die Giganten der Luft, der Airbus 380 und der Dreamliner von Boeing haben Lithium-Ionen-Batterien an Bord. Das geringe Gewicht und die mächtige Leistung sind unschlagbare Argumente. Beim Dreamliner gab es zu Beginn immer wieder Brände: Schlecht isolierte Kontakte haben sich selbst entzündet.

China forcierte in den letzten Jahren den Umstieg auf Elektromobilität und damit den Einsatz von Lithium, um der Luftverschmutzung Herr zu werden. Die Produktion von Elektrofahrzeugen hat sich innerhalb eines Jahres fast vervierfacht mit besonderem Schwerpunkt auf Busse. Dafür war China auch bereit, am Weltmarkt einen fast drei Mal so hohen Preis für Lithium zu zahlen als der Rest der Welt.

Lithium wird nämlich nicht an den Börsen gehandelt, die Preise sind frei verhandelbar.

Wir stehen erst am Beginn des Zeitalters des weißen Erdöls.

 

Weiterführende Links:

 

Brennender Laptop: https://www.youtube.com/watch?v=jTbUP0sGQT8