Messing – Es ist nicht alles Gold was glänzt

24.05.2011

Die Ferienzeit ist zu Ende und viele von Ihnen werden einen Teil der Ferien in einem Hotel am Strand verbracht haben. Grund genug uns ein Hotel einmal etwas genauer anzusehen.

Schon der Hoteleingang erscheint im goldenen Glanz. Doch bei näherer Betrachtung stellen wir fest, dass der Türgriff, der Schirmständer und der große Aschenbecher nicht aus Gold sondern aus Messing sind.

Wir drücken die glänzende Messing – Hotelklingel mit Ihrem hellen Klang und schon erscheint der Rezeptionist. 
Wir bitten um ein Zimmer und lassen uns den Messingschlüssel geben. Unser Zimmer liegt im ersten Stock. 
Wir nehmen die Treppe und halten uns beim Hinaufsteigen am Messinggeländer fest.
Messingziffern, die mit Messingschrauben an der Tür befestigt sind, bilden unsere Zimmernummer.

Aber was ist Messing eigentlich?
Messing ist eine Legierung aus den Metallen Kupfer und Zink. 
Die verschiedenen Messingsorten unterscheiden sich durch ihren Zinkanteil, der in der Bezeichnung in Prozent angegeben wird.

In der Praxis enthält Messing mindestens 50 Prozent Kupfer, da es unterhalb dieser Grenze spröde wird und daher schlecht zu verarbeiten ist. Messingsorten mit mehr als 70 Prozent Kupfer werden auch als Rotguss oder Tombak bezeichnet.

Das Farbspektrum reicht von goldrot bei hohem Kupferanteil bis hellgelb bei hohem Zinkanteil. Hohe Dehnbarkeit und gute Korrosionsbeständigkeit machen Messing zu einem oft eingesetzten Werkstoff.

Je nach Zusammensetzung der Legierung präsentiert sich das „falsche Gold“ – wie Messing auch genannt wird – als Schmuckstück, Luster, als Teil einer Maschine oder als Blechblasinstrument…
Dabei werden traditionell von einem Metallblasinstrumentenmacher zu biegende Rohre mit flüssigem Blei gefüllt und nach Erkalten „per Hand“ gebogen. Mit speziellen Techniken wird die Oberfläche geglättet, dabei verdichtet und gehärtet. Anschließend wird das Blei verflüssigt und restlos entfernt.

Einen scharfen Einsatz hat das Material am Schießstand. 
Patronenhülsen sind meist aus Messing und werden zu fast 100% recycelt: entweder durch Wiederbefüllung oder als Ausgangsmaterial zur industriellen Neufertigung. Die Messinghülsen sind als Wertstoff besonders beliebt, da es bei der Verwendung und bei der Sammlung kaum zu nennenswerten metallurgischen Verunreinigungen kommt.


Seit dem dritten Jahrtausend v. Christus werden aus Messing hauptsächlich Schmuck und Kunstgegenstände hergestellt. Auch als Münzmetall beispielsweise in China und im römischen Kaiserreich, aber auch heute in Form der 50, 20 und 10 Cent Münzen fand und findet Messing Verwendung.
Manchmal bedienen sich auch Münzfälscher des vielseitigen Metalls: Messing wird oft zur Herstellung eines unechten Kerns verwendet, der dann vergoldet oder versilbert wird.

Messing war bereits mit auf dem Mond und ist auf Tiefsee-Expeditionen zu finden. In Computern und in der modernen Mikrotechnik ist es ebenso zuhause wie in vielen Gegenständen, die uns den Alltag bequem, angenehm und praktisch machen. 

Messing ist daher einer der wenigen Werkstoffe aus vorchristlicher Zeit, dem heute noch die Zukunft gehört.