Metallpreise 2018

04.12.2017

“Du kannst Dinge nur vorhersagen, nachdem sie geschehen sind.” Wir ignorieren dieses Zitat von Eugène Ionesco und wagen uns an Prognosen für 2018.

Der Hype um die Elektromobilität – auch wir haben mehrfach darüber berichtet (E – Wende; Kobolds Kobalt) haben die Preise von vor allem Nickel und Kupfer in die Höhe getrieben. Viele Analysten gehen davon aus, dass es spätestens 2018 eine Korrektur nach unten geben wird, wenn auch keine dramatische.

Wurde 2017 noch um 80.000 Tonnen mehr Kupfer benötigt als gefördert wurde, so wird sich 2018 die Situation umkehren. Man erwartet einen Überschuss von über 90.000 Tonnen.

Der gestiegene Nickelpreis wird als Überreaktion auf die Entwicklung bei der Elektromobilität gesehen. Nickel wird zwar für die Batterien der Elektroautos gebraucht, ist aber eigentlich ausreichend verfügbar. Und niemand kennt die weitere Entwicklung bei den Elektroautos.

Der Preis für Zink hat sich 2017 verdoppelt und damit verzeichnetet Zink die höchste Preissteigerung aller Industriemetalle in diesem Jahr. Grund des Preisanstiegs waren die Minenschließungen. Inzwischen hat sich die Situation normalisiert. Wir erwarten leicht fallende Zinkpreise für 2018, da noch immer mehr Zink verbraucht als geschürft wird.

Der Aluminiumpreis ist in der 2. Jahreshälfte stark gestiegen, da die Luftverschmutzung in China (Dem Narren sein Ziel) zu Werksschließungen geführt hat. Auch da hat sich die Lage normalisiert und für 2018 rechnet man nur mehr mit einem kleinen Defizit. Die Notierung für Aluminium wird unserer Meinung nach in etwa gleich bleiben.

Wir sind bei fast allen an der LME notierenden Metallen auf sehr hohem Niveau. Eine florierende Weltwirtschaft ist unserer Meinung nach der Garant dafür, dass 2018 die Metallpreise auf ungefähr heutigem Niveau bleiben.

Aber … wie formulierte es ein Analyst treffend: “What really matters is not what fundamentals are but what people believe them to be.”