Molybdän – mondän und souverän

11.06.2015

Montag im Hauptabendprogramm. Die Spannung steigt, nach Monaten ist wieder einmal ein Kandidat oder eine Kandidatin bei der „Millionenshow“ bei der letzten Frage angelangt: wo wird Molybdän verwendet?

 

 

A) in der Ölverarbeitung

B) als Schmiermittel

C) in der Raumfahrt

D) in der Küche

 

 

 

In dem Fall wird die Million auf jeden Fall geknackt. Welche Antwort auch immer gegeben wird, sie ist richtig.

Molybdän – Moly wie es die Stahlgießer liebevoll nennen – macht unser Leben hart und widerstandsfähig. Überall dort wo Stahl gehärtet werden soll, kommt Molybdän zum Einsatz: vom Küchenmesser bis Reaktor. Souverän weist es Hitze und Säure ab. Dafür genügt es genügt ein paar Prozent Molybdän einer Stahllegierung beizugeben.

Der Schmelzpunkt liegt bei 2617°C, das macht es so gut geeignet um hitzebeständigen Stahl herzustellen. Es trotzt sogar den hohen Temperaturen in den Düsen der Antriebsraketen von Raumschiffen.

Aber es findet sich auch dort, wo wir es gar nicht erwarten. Wer hat sich nicht schon mehr als einmal über ein eingerostetes Schloss geärgert und entnervt zum Entrostungsspray oder Kriechöl gegriffen. Molybdänsulfid ist Bestandteil solcher Öle.

Pro Jahr werden weltweit zwischen 200.000–250.000 Tonnen Molybdän gefördert. Die Hälfte davon entsteht als Beiprodukt bei der Kupferförderung. Große Lagerstätten gibt es in den Kordilleren Nord- und Südamerikas und natürlich in China. Die Recyclingquote liegt in den USA bei 30%. Das ist für Metalle sehr niedrig.

Es teilt das Schicksal mit all jenen Metallen, die nur als Legierungszusatz verwendet werden: sie werden beim Recyceln oft einfach „ignoriert“, da das Rückgewinnen teurer ist als die Primärproduktion.

1871 hat der schwedische Chemiker Hjelm Molybdän zum ersten Mal als eigenes Element isoliert. Als während des ersten Weltkriegs die Wolframvorräte zur Neige gingen hat man als Ersatz auf Molybdän zurückgegriffen. Die österreichische Firma Plansee ist weltweit führend in der Verarbeitung von Molybdän.

Und Moly ist wahrliche universell einsetzbar: in Heizelementen in Hochtemperatur-Öfen, als Katalysator zur Schwefelentfernung bei der Ölerzeugung, als leitende Metallschicht bei elektronischen Bauteilen zum Beispiel in Solarzellen, zur flammhemmenden Imprägnierung von Stoffen, in der Nuklearmedizin, in der Röntgendiagnostik…..  .

Was wäre ein Leben ohne Moly?