Neodym – der Superman

12.12.2018

Superman ist momentan schwer im Einsatz, überall wird er gebraucht: in luftiger Höhe im Windrad, wo er das Gewicht des Motors verringert und die Leistung erhöht. Aus dem selben Grund hat auch schon Elen Musk von Tesla nach ihm verlangt. Wenn Justin Timberlake  einen neuen Song aufnimmt, wünscht auch er sich Superman im Kopfhörer. Seine Kräfte sind magisch, geradezu magnetisch und lassen auch nach Jahren nicht nach. Er kann sie permanent und präzise einsetzen, was ihn auch in Kernspintomographen, in CNC-Maschinen oder in Festplatten zum gern gesehenen Gast macht.

 

Unser Superman von heute ist kein Kinoheld, es ist Neodym. Neodym ist ein Seltenerdmetall. Dem Österreicher Auer von Welsbach gelang es 1885 erstmals Neodym in reiner Form darzustellen. Auch für den Altmetall-Experten ist das silbrig graue Metall nicht einfach zu erkennen. Schaut es doch aus wie ein beliebiges Stück Eisen. Reines Neodym findet man aber kaum im Altmetall.

 

 

Als Neodym-Eisen-Bor-Legierung wird ein Super-Dauermagnet daraus. Das kann man eindrucksvoll am Video sehen. Dieser winzige Neodym-Magnet hält das Gewicht von einem Kilogramm mit nur einer winzigen Auflagefläche.

 

Tesla will sich genau diese Eigenschaft in seinem Modell 3 und in den darauf folgenden Modellen zu Nutze machen. Statt mit Kupfer ein Magnetfeld zu erzeugen, will Tesla einen mächtigen Magneten mit Neodym einbauen. So soll die Reichweite des Elektroautos vergrößert werden.

Diese und andere neue Technologien sind auch der Grund warum der Verbrauch von Neodym ständig steigt. 2017 betrug der Welt-Jahresbedarf 31.700 Tonnen, 2019 rechnet man schon mit knapp 40.000 Tonnen.

Problematisch ist, dass zirka 90 % allen Neodyms  in China hergestellt wird. Und dort gab es bereits einmal 2010 ein Ausfuhrverbot. Damals stieg der Preis von Neodym auf knapp US$ 500 pro kg. Momentan (Stand Juli 2018) kostet es US$ 70 pro kg.

 

 

Keine High-Tech Erklärung gibt es für das Zauberkunststück im darunter gezeigten Video. Auch hier ist es der starke Neodym-Magnet, der verhindert, dass die Schachtel vom Schreibtisch fällt. Warum sich dabei der Deckel öffnet, das bleibt allerdings unser Geheimnis. So viel jedoch sei verraten: es hat nichts mit der Magie von Superman zu tun.