Nerven aus Stahl

07.02.2013

Das ist es, was Stahlerzeuger momentan wahrlich haben müssen. Das ständige Auf und Ab der Rohstoffpreise trifft sie hart. Auf der Versorgungsseite müssen sie sich mit langfristigen Verträgen das Eisenerz sichern. Dafür benötigen sie aber von ihren Käufern Abnahmezusagen. Die Stahl verarbeitenden Betriebe jedoch wollen sich höchstens für 3 Monate binden. Die fehlende Planbarkeit belastet die Stahlkonjunktur.

Das Roherz wird weltweit gehandelt, während die Abnehmer zumeist in der Nähe der Stahlwerke sitzen. Die stahlverarbeitenden Betriebe bestellen sehr kurzfristig und suchen sich den günstigeren Lieferanten aus, wodurch die Stahlerzeuger noch weniger langfristig planen können.

In der Stahlbranche ist die Konzentration auf wenige, große Anbieter noch nicht so weit fortgeschritten wie bei anderen Metallerzeugern. Auch das macht die einzelnen Werke verwundbar, da sie leichter gegeneinander ausgespielt werden können.

Anfang 2011 kostete Eisenerz bis zu 190 $/t, im September 2012 knappe 90 $/t und Anfang 2013 wieder über 150 $/t.

China verbraucht heute knapp 45%  des weltweit vorhanden Rohstahls, wobei es zirka 60% der international gehandelten  Menge importiert, den Rest fördert China selber. Das Vertrauen in eine Konjunkturbelebung in China ist gestiegen, daher dürfte sich der Stahlpreis zumindest auf dem derzeitigen Niveau halten.

Auch wir rechnen für die nächsten Monate mit etwa gleichbleibenden Preisen beim Alteisen.