Sell in May and go away …

05.06.2013

Für gewöhnlich dümpeln die Metallnotierungen über den Sommer lustlos vor sich hin. Es ist nicht mit großen Schwankungen zu rechnen. Daher sollte man sein Lager vor dem Sommerurlaub leer machen und beruhigt auf Urlaub fahren. Das meint dieses alte Sprichwort der Metallhändler.

Wir glauben, dass man heuer gut beraten ist sich daran zu halten. Kaum jemand rechnet kurzfristig – also bis in den Herbst hinein – mit einem markanten Ansteigen der Preise. Warum also nicht jetzt verkaufen, im Idealfall einen Gewinn einstreifen und einen langen Sommerurlaub machen? Viel teurer wird man das Metall im Herbst wohl nicht einkaufen müssen.

Das einzig Sichere ist die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Industriemetalle. Grund dafür sind die vielen Wirtschaftsbaustellen auf unserem Globus.

In den USA steigen die Börsenkurse und die allgemeine Stimmung, die Arbeitslosenzahlen sinken leicht und die Neuwagenverkäufe nehmen zu. Pessimisten glauben nicht an die positiven Signale aus den USA. Wenn die amerikanische Zentralbank weiter Wertpapiere aufkauft, kann das den US-Dollar schwächen. Einige Staaten rechnen bereits jetzt nicht mehr in US-Dollar ab: China, Australien, manche Golfstaaten und die Länder weichen auf eigene Währungen aus. Das kann durchaus zu einer Abschwächung des Dollars führen.

In Europa kommt die Konjunktur nicht vom Fleck. Die Prognosen werden immer wieder leicht nach unten korrigiert. Man spricht von einer Wirtschaftskrise und das Licht am Ende des Tunnels kommt und kommt nicht näher.

In China versucht man der abflauenden Konjunktur Paroli zu bieten. Hier bleibt der Erfolg abzuwarten. Die Immobilien- und Kreditblasen sind nicht mehr zu leugnen. Sie werden mit der ausufernden Korruption und der geringen Rentabilität der Firmen nur sehr zäh zu bewältigen sein.

Die Preise der Industriemetalle dürften in hohem Ausmaß manipuliert sein. Investoren haben aus Anlagegründen sehr große Mengen an Metallen vom Markt genommen. Diese scheinen nun in keiner Statistik auf. Darüber gibt es – naturgemäß – keine Zahlen. Klar ist nur, dass die Reduzierung der offiziellen Lagerbestände die Preise hoch halten soll.

Wie soll man mit so vielen Unbekannten eine seriöse Prognose erstellen? Warum also nicht:  „Sell in May and go away“. Genießen Sie den Sommer.