Wer rastet der rostet

08.10.2014

Da soll sich noch einer auskennen! “Stahl soll teurer werden“  titeln die Wirtschaftsseiten der Zeitungen und eine Woche später steht an derselben Stelle „Eisenerz so billig wie schon lange nicht mehr“. Was also nun? Der Versuch einer Erklärung

Der Rohstoffboom vor der Wirtschaftskrise wirkt nach. Damals war Eisenerz teuer, Grund genug Minen zu eröffnen oder auch vorübergehend stillgelegte Minen wieder zu aktivieren. Nun kann man eine Mine nicht wie ein Haus für den Urlaub kurz einmal zusperren um sie dann bei Bedarf wieder zu öffnen. Solche Aktionen haben Vorlaufzeiten von zwei bis zu fünf Jahren. Und jetzt laufen alle diese Minen auf Volldampf und gleichzeitig kränkelt das globale Wirtschaftswachstum, allen  voran das chinesische.  China hat im Augst 2014 erstmals weniger Rohstahl als im Vorjahr importiert.

Das Minengeschäft ist in der Hand weniger  „big players“. Diese können billiger produzieren als kleine lokale Minenbetreiber und die Großen haben in Krisenzeiten auch den längeren Atem. Ein Szenario, das dem Verschwinden der kleinen Kaufhäuser und dem Siegeszug der Supermarkt-Ketten bei uns nicht unähnlich ist.

Parallel dazu soll Stahl teurer werden. Die europäischen Stahlkocher haben in den letzten Jahren mit der Sparflamme gearbeitet. Angeblich erholt sich die Konjunktur in Europa und den USA und somit steigt die Nachfrage nach Stahl.

In Österreich ist der Preis für Eisenschrott im Oktober um 15 Euro pro Tonne gefallen.

Wer soll sich da noch auskennen?  Prognosen und Einschätzungen sind immer eine Glaubensfrage. Das ist sicher.