Zink – unauffällig vielfältig

03.06.2011

Blicken Sie mit mir hinaus in den Garten, machen Sie mit mir einen Spaziergang durch den Ort oder nehmen Sie das Auto, um über Land zu fahren.
Da steht die Gießkanne im Garten, die hat den Winter im Freien unbeschadet überstanden. Der Beleuchtungsmast trotzt schon seit Jahren Wind und Wetter und hat dabei nur ein bisschen an Glanz verloren. Der Neubau nebenan erhält ein Zinkdach. Die Ortstafel ist fest in einem Rahmen aus verzinktem Formrohr verankert und im Auto fahren zirka 10 kg verarbeitetes Zink mit.

Auf Schritt und Tritt begegnet uns Zink in seinen vielen verschiedenen Gesichtern: unauffällig und selbstverständlich schützt es viele Gegenstände des täglichen Lebens vor dem Verrosten. Und genau das ist auch die herausragende Eigenschaft von Zink – kostengünstig korrosionsbeständig.

Ähnlich wie eine Holzoberfläche mit Politur eingelassen wird, so wird in der Verzinkerei auf ein Stück Eisen oder Stahl eine dünne Schicht Zink aufgetragen und fertig ist der Rostschutz. Schauen Sie sich einmal Dachrinne, einen Zaunsteher oder Türzarge im Rohzustand an: sehen Sie eine Oberfläche die ein bisschen an Eisblumen erinnert, also nicht einheitlich grau ist? Wenn ja, dann haben Sie ein verzinktes Stück Eisen vor sich.

Es ist eine der effizientesten Korrosions-Schutz-Behandlungen für Metalle, macht diese extrem widerstandsfähig und kann je nach Umgebungsbedingung und Metalldicke bis zu 150 Jahre halten. 
Die Beschichtung korrodiert, wenn sie stark zerkratzt wird und „opfert“ sich dann, damit der darunter liegende Stahl nicht anläuft.

Weltweit werden pro Jahr an die 10 Millionen Tonnen Zink verbraucht. Zirka die Hälfte davon wird beim Verzinken eingesetzt.
Sogar über den Tod hinaus begleitet uns Zink: werden sterbliche Überreste über Grenzen hinweg transportiert, dann muss dies laut EU-Verordnung in verlöteten Zinksärgen geschehen.

In fast jedem Haushalt sind Zink-Kohle-Batterien im Einsatz, ein zuverlässiger und billiger Stromversorger seit 1866.
Ob im Automobil oder in der Architektur, im Haushalt oder Büro, in Nahrungsmitteln oder Kosmetikprodukten: Zink ist überall.
Zink kommt bei uns auf der Erde sehr häufig vor, sogar noch häufiger als Kupfer oder Blei. Wie die meisten Metalle kommt auch Zink in der Natur nur als Erz vor und wie bei allen Metallen ist das Recycling von Zink sehr viel kostengünstiger als der Erzabbau.

Bereits im Altertum wurde Zink in Legierungen verwendet: am bekanntesten ist wohl Messing, eine Verbindung aus Zink und Kupfer.
Im Automobilbau ist der Werkstoff Zink schlichtweg unverzichtbar geworden. Rund zehn Kilogramm Zink enthält ein PKW durchschnittlich: Drei Kilogramm 
dienen dem Korrosionsschutz (die Karosserie wird vor dem Lackieren verzinkt), fünf Kilogramm stecken in zahlreichen 
Zinkdruck-Gussbauteilen – der Rest wird beispielsweise für Wuchtgewichte und 
Farben verwendet.

Seine Korrosionsbeständigkeit schützt aber nicht nur Stahl – auch für unseren Körper spielt Zink eine große Rolle.
Zink erfüllt im Körper viele verschiedene Funktionen. So nimmt es Schlüsselrollen im Stoffwechsel ein und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz und beim Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion.

Zink hat es geschafft, sich als Metall klammheimlich und unauffällig in das Alltagsleben so einzuschmuggeln, dass wir es kaum bemerken.